paed.com
 Kontakt
 Impressum
 Home
Freinet
Elise u. Célestin
Pädagogik
Grundlagen
Institutionen
und Methoden
Literatur/Medien
von und über Freinet
Freinet-Online
Foren - Blog - ...
Schuldruck
-

Kindergarten
Schule
Freinet in CH/DE
PH und Uni
Fortbildung
Kommentar
Pressespiegel


Freinet-Pädagogik


Freinet - des is was für olla Kinder

Lothar Klein

Freinet-Pädagogik in Wiesbaden (Teil 2)

Gruppenpädagogik, Werkstattarbeit, Hort 2000 - Die Zeit der großen Entdeckungen

Als im Juni und August 1986 in zwei Fachzeitschriften die ersten Artikel zur Freinet-Pädagogik in Wiesbadener Kindertagesstätten erschienen 1, fühlten wir uns als Pioniere, Entdecker und Forscher. Wir, das waren die Erzieherinnen und Erzieher, Leiterinnen und Leiter, die sich zusammen mit dem Abteilungsleiter alle 14 Tage jeweils Donnerstags vormittags im Freinet-Arbeitskreis zusammenfanden. Wir, das war der Arbeitskreis schlechthin. Übermütig und von unserem Erfolg überzeugt, wähnten wir uns als pädagogische Weltmeister und als ganz besonderer Fleck in der pädagogischen Landschaft.

Was war bis dahin geschehen? Der erste Teil unserer Reihe zur Geschichte der Freinet-Pädagogik in Wiesbaden endet mit dem Satz: "Freinet war entdeckt!" 2 Das war um 1980/81 herum. Die vier Horte, die den Freinet-Arbeitskreis gegründet hatten, begannen danach zielstrebig, das Repertoire an Methoden und Techniken zu erweitern.

GRUPPENBESPRECHUNG, WERKSTATTDIPLOM und ÄMTER waren wichtige Elemente im Freinet-Alltag. GRUPPENANALYSE, WOCHENPLANUNG und PROJEKTSTRUKTURBÖGEN sollten den Erzieherinnen helfen, ihre eigene Arbeit zu planen. Ab 1982 hieß es nun, das Erreichte in der Praxis auf seine Wirksamkeit zu überprüfen, zu erweitern und zu verbessern.

1983 kamen erste Erfahrungen und Experimente mit dem HORTRAT hinzu, mit GRUPPENKASSEN und WOCHENPLÄNEN. Es wurde eine PROJEKTKARTEI angelegt, in der die durchgeführten Projekte gesammelt wurden. In gleichen Jahr stießen weitere Kindertagesstätten zum Arbeitskreis: Nordenstadt/Heerstraße, Breckenheim, Medenbach und Hasengarten. "Da sich kein Arbeitskreis erlauben kann, Zuschauer mitzuschleppen" 3, wurde den neu hinzugekommenen Horten allerdings die "ständige Mitarbeit" als Auflage erteilt. Alleine dieser Sprachgebrauch läßt etwas von dem damaligen Selbstbewußtsein im Arbeitskreises spüren. Am 19. Mai 1983 wurde der Arbeitskreis in zwei Teilarbeitskreise aufgeteilt. Teilarbeitskreise und Plenum sollten sich von nun an abwechseln.

Im Oktober 1983 demonstrierten 500 000 Menschen in Bonn gegen die Nachrüstung. Der Freinet-Arbeitskreis wandte sich auch diesem Thema zu: Weihnachtsfeste wurden als Friedensfeste gefeiert, das erste "Friedensseminar" fand im September 83 statt, das erste Hortfriedensfest wurde für das darauf folgende Jahr geplant.

1984 - Die Pioniere bei der Arbeit

1984 wurde der Arbeitskreis um ein weiteres Mitglied, das Kinderhaus Traunsteinerstraße, erweitert. Die Treffen des Plenums waren mittlerweile in den großen Saal des Gemeinschaftszentrums Klarenthal verlegt. Dort wurden nicht nur die Themen der Teilarbeitskreise festgelegt und die Ergebnisse ihrer Arbeit zusammengetragen. Das Plenum war auch der Ort, in dem alle Entscheidungen des Arbeitskreises in basisdemokratischer Weise getroffen wurden. Das betraf die Zusammensetzung der Teilarbeitskreise ebenso wie die Aufnahme einer neuen Einrichtung oder die Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Sogar Seminare wurden gemeinsam vorstrukturiert. Das Plenum übte zu diesem Zeitpunkt alle Aufgaben einer Fachaufsicht aus, fast kann man sagen auch die einer "kollegialen Fachberatung". Immerhin gab es zwischen den Horten so etwas wie "Beratungspatenschaften". Alles wurde im Plenum organisiert.

Inhaltlich beschäftigte sich der Arbeitskreis in diesem Jahr mit dem Thema "SELBSTÄNDIGKEIT". Arbeitsteilig wurde nach Lösungen gesucht, damit Kinder auch Büros, Küchen, Turnhallen und andere bisher nicht frei zugängliche Räumlichkeiten nutzen können. Der Arbeitskreis lernte etwas über das Zeitverständnis von Kindern, überarbeitete daraufhin den WOCHENPLAN und erfand eine ganze Palette von Verfahren, mit denen sich auch die HAUSAUFGABENZEIT so gestalten ließ, daß Kinder weitgehend unabhängig von Erwachsenen arbeiten konnten. Schließlich wurden Kindern auch das Außengelände und erstmals auch Bereiche ganz außerhalb der Kindertagesstätte mittels ABMELDEBÖGEN jederzeit und in freier Entscheidung zugänglich gemacht. Man kann es getrost sagen: Lange bevor der "offene Kindergarten" erfunden wurde, haben Freinet-Kindertagesstätten bereits Öffnungskonzepte praktiziert. Und noch heute sind sie damit durchaus beispielgebend. Das Gleiche trifft auf das Verhältnis zwischen Kind und Erwachsenen zu. Mit Hilfe von Gruppenanalysen wurde 1984 versucht, herauszufinden, an welchen Stellen Erwachsene überhaupt gebraucht würden und an welchen nicht. Maßnahmen, die aus der GRUPPENANALYSE abgeleitet wurden, wir nannten sie "Arbeitspakete", sollten sich vordringlich auf die Entwicklungsumgebung der Kinder statt auf sie selber beziehen. Räume sollten so gestaltet sein, daß Kinder so wenig wie möglich auf die Unterstützung der Erwachsenen angewiesen sein würden. Das war der Durchbruch in eine neue Denkweise! Erwachsene haben sich hier bereits als Begleiter kindlicher Selbstentwicklung begriffen. Nicht mehr das Kind galt es zu verändern, sondern seine Entwicklungs- und Lernbedingungen! Folgerichtig sollte Kindern auch selbst das Wort gegeben werden, wie es Freinet ausdrückt. Freinet- und Hort-Arbeitskreis 4 beschäftigten sich erstmals gemeinsam und über zwei Tage hinweg mit einer einzigen Technik aus der Freinet-Pädagogik, nämlich den GRUPPENBESPRECHUNGEN. Alle damals denkbaren Situationen wurden durchgesprochen, viele Antworten gefunden. Die vielleicht wichtigste: Gruppenbesprechungen dienen den Kindern ebenso wie alles andere auch als Erfahrungsfeld, in dem sie experimentieren, ausprobieren, tasten und sich selbst erproben. Das Fazit dieses denkwürdigen Seminars: Es kann gar keine "schlechte" Gruppenbesprechung geben! Jede ist für Kinder ein Erfahrungsort sozialen Lernens - nicht mehr aber auch nicht weniger. Das war eine wichtige Erkenntnis. Auch das war für uns alle, die wir gewohnt waren, die Gruppenbesprechungen eher als Regulierungsinstrument Erwachsener zu nutzen, eine grundlegend neue Sicht.

Das Jahr 1984 wurde schließlich abgerundet mit einem Friedensfest, einem zweiten Friedensseminar und den sogenannten "grünen Seminaren" mit den Themen: Sprossen und Keime, Hochbeet sowie Pflanzen im Gruppenraum. Sagt nicht diese Aufzählung genug über die Stimmung dieser Tage aus?.

Auf der anderen Seite war aber auch bereits eine Tendenz spürbar, die Paul Le Bohec, ein französischer Freinet-Pädagoge, Jahre später so formulierte: "Ich habe den Eindruck, daß zwar viele Lehrer mit den Techniken arbeiten, aber nicht unbedingt mit den Kindern." 5 Besonders deutlich wurde das am Thema Gruppenbesprechung.

1985: Luft holen für neue Abenteuer

Ende 1985 wurde der Arbeitskreis, nachdem nun noch die Kindertagesstätte Parkfeld dazugestoßen war, vollkommen neu strukturiert: Zum Plenum traf man sich nun nur noch zwei bis dreimal im Jahr. Zwischendurch tagte der Koordinationskreis, in dem jeweils zwei Delegierte pro Teilarbeitskreis sowie der Abteilungsleiter vertreten waren. Die eigentliche praxisbezogene Arbeit fand nun in vier Teilarbeitskreisen statt. Außerdem etablierten sich sogenannte "Kommissionen", 1985 eine für die Entwicklung einer DOKUMENTENSAMMLUNG und eine für die PROJEKTKARTEI.

Mit neuen Themen wurden erstmals keine guten Erfahrungen gemacht. Die Hinwendung zur Sexualerziehung brachte kaum Greifbares. Ähnliches kann man über einen Ausflug in die Pädagogik Paolo Freires und sein "generatives Thema" 6 sagen. Wieder wurden Friedensseminar und Friedensfest durchgeführt. Die 85er Ausgabe des Hortseminars entwickelte eine Handreichung zur Planung, Organisation und Durchführung von Freizeiten mit Schulkindern. Und schließlich war auch das erste Hortfußballturnier ein großer Erfolg.

1986: Auf dem Scheitelpunkt

Das nun folgende Jahr 1986 kann man getrost als Scheitelpunkt in der Geschichte der Wiesbadener Freinet-Pädagogik bezeichnen. Es war ein Jahr des Umbruchs und der Neuorientierung.

Fassen wir noch einmal die inzwischen eingetretenen Veränderungen zusammen:

  • Der Arbeitskreis war inzwischen um das Fünffache gewachsen. Eigentlich hatte er sich von einem Arbeitskreis zu einer kleinen Organisation mit breit gefächerter Aufgabenverteilung gewandelt.
  • Mittlerweile fanden sich auf der einen Seite Kolleginnen, die schon von Beginn an dabei waren und sich nicht noch einmal von Neuem mit den Themen der Anfangszeit befassen wollten. Auf der anderen Seite standen die Kolleginnen, für die alles aber noch Neuland war und deshalb mit vielen grundsätzlichen Fragen zu den Treffen kamen.
  • Im Arbeitskreis hatten sich inzwischen erste Zweifel bezüglich einiger Methoden und Techniken und ihrer Anwendung geregt. Alleine die Einführung eines Diploms gewährleistete z.B. noch lange nicht, daß Kinder ohne Eingriffe der Erwachsenen in den Werkstätten arbeiten konnten. Turnhallendiplome oder Schmuseeckendiplome waren Beispiele dafür, daß Diplome zuweilen mehr der Reglementierung als der Öffnung dienten.
  • Mittlerweile war der Erfahrungsschatz in der praktischen Umsetzung ziemlich groß. Das Bedürfnis, diese Arbeit nach den dahinter liegenden Haltungen zum Kind zu befragen und entwicklungspsychologisch zu fundieren sowie sich in noch unbekanntes Terrain vorzuwagen wuchs. Es zeigte sich u.a. etwa darin, das versucht wurde, jemanden von außen zu engagieren, um die Praxiserfahrungen zusammenfassen zu lassen. Erste Auseinandersetzungen mit den Untersuchungen des Entwicklungspsychologen Jean Piaget verstärkten diese Tendenz.

1986 wurde daher zum Jahr, in dem ein grundlegende Wandel vom streng praxisbezogenen, auf gemeinsam gemachten Erfahrungen basierenden Arbeitskreis zur durch und durch strukturierten und sich nun stärker auf theoretische und verallgemeinernde Fragen konzentrierenden Organisation einsetzen sollte. Nach und nach war nicht mehr länger der Erfinder- und Pioniergeist der ersten Jahre die treibende Kraft, sondern vielmehr das Bemühen, bereits Entdecktes und Ausprobiertes abzusichern, zu vermitteln und theoretisch zu untermauern. Das Erhalten wurde Schritt für Schritt wichtiger als das Erneuern. Die Arbeitsvorhaben des Jahres 1986 spiegeln die einsetzende Veränderung wieder: einerseits (noch) ein Jahr besonders vieler neuen Ideen und Methoden, andererseits (schon) ein Jahr des Absicherns und Erhaltens.

"Thema des Jahres" war der "Arbeitshort". Erfahrungen mit der Arbeit in Werkstätten wurden ausgewertet. REPARATURBüCHER und REPARATURGRUPPEN, WERKSTATTRÄTE und ARBEITSBESPRECHUNGEN waren die Entdeckungen des Jahres. Gleichzeitig wurde versucht, die Werkstätten in einer Rangliste nach Bedeutung im Alltag der Kinder zu ordnen, ihre Einrichtung und den Umgang mit Diplomen, Werkstatträten und Arbeitsbesprechungen zu beschreiben. Aus heutiger Sicht ging es dabei um Qualitätsmerkmale für die Freinet-Pädagogik im allgemeinen und die Arbeit in den Werkstätten im Besonderen und um Standards, mit deren Hilfe das Erreichte abgesichert und erhalten bleiben könnte. Ganz besonders stark setzte sich diese Tendenz in der Arbeit der sogenannten "Karteikommission" durch. Sie hatte eine DOKUMENTENSAMMLUNG entwickelt, die nun in allen Freinethorten eingeführt wurde. Damit dies überall gleichzeitig und in der gleichen Weise geschehe, beschloß die Karteikommission eine Kontrollreise durch alle Einrichtungen.

Der neue Drang nach Theorie kam in den Seminaren diese Jahres zum Ausdruck: Im Mai und Juni wurden zwei eintägige "Literaturseminare" organisiert. Viele Kolleginnen lasen dort zum ersten Mal Texte von Freinet. Zum ersten mal wurde das sogenannte "pädagogische Einführungsseminar" durchgeführt. Ergänzend fanden wieder "grüne Seminare", ein erstes "gesundes Seminar", ein weiteres und großangelegtes Friedensseminar, ein Spiegelseminar und ein Seminar für Spiele in großen Gruppen statt.

"Hort 2000": Visionen und zukunftweisende Ideen

Das wichtigste Seminar dieses Jahres war jedoch das mit dem bezeichnenden Titel "HORT 2000". Einige der daraus resultierenden Visionen möchte ich an dieser Stelle aufführen. Auf den Abschlußwandzeitungen stand neben radikalen Forderungen nämlich auch viel Kindzentriertes und Zukunftsweisendes zu lesen:

  1. "Aus formalen Gründen (Alter, Einschulungs- oder Geburtstag) auseinandergerissene Entwicklungsabschnitte sollen wieder zur Einheit werden: Aufhebung der Trennung von Krippe - Kindergarten - Hort !
  2. Damit die Erzieherinnen den Kindern nicht mehr nur alleine in ihrer Funktion als Erzieherin begegnen: KT-Alltag muß real auch zum Alltag der Erzieherinnen werden: Erzieherinnen lesen ihre Zeitung dort, wo Kinder sind, nehmen Kinder mit zum Friseur, zum privaten Einkauf, auf die Bank, zur Autoinspektion etc., bügeln ihre Sachen in der Kindertagesstätte. Die "Privatrechte" von Erzieherinnen werden eingeschränkt, Kinder werden deutlich mehr in Entscheidungen einbezogen. Urlaubsplanungen werden mit Kindern abgesprochen, zumindest aber werden sie einbezogen. Unter Umständen können Kinder intervenieren.
  3. Damit Kinder auch die Kindertagesstätte als Nahbereich gemäß ihrem eigenen Entwicklungsstand erobern können: andere räumliche Differenzierung innerhalb der Kindertagesstätte: Jedes Kind hat seinen individuellen Bereich (Schreibtisch, abschließbare Fächer, Wandfläche). Die Gruppen sind durchlässig... Auch die Erzieherin braucht ihren individuellen Bereich innerhalb der Gruppe (Sessel). Das ganze Haus ist für alle zugänglich und so organisiert, daß es auch von allen nutzbar ist. Räume haben Aufforderungscharakter. Nicht mehr jede Gruppe ist autark, verfügt also über das gesamte Material, sondern es gibt auf das Haus verteilt: Arbeitsateliers, Materialecken, Werkstätten, Spielbereiche, die von allen gleichzeitig benutzt werden.
  4. Um die Vielzahl von "Rauminseln" wieder zu verbinden: Vielfältige Verbindungen zwischen der Kindertagesstätte und ihrer Umgebung herstellen: Kinder müssen das Gelände der Kindertagesstätte alleine verlassen können. Bezugspunkte sind: das Budchen, die Fußgängerzone, die Läden im Viertel, die elterliche Wohnung. Kinder müssen Freunde in die Kindertagesstätte einladen können. Lehrer werden eingeladen ("Lehrertag"). Kontakte zu anderen Horten: Fußballturnier, Umwelt- und Friedensfeste, Hortolympiaden, Brieffreundschaften, Freundschaftsgruppen, Filmclubs etc. Private Dinge der Kinder haben auch in der Kindertagesstätte ihren Platz (Fahrräder, Schlitten, Poster, Kuscheltiere etc.
  5. Damit sich der Tagesablauf nicht mehr in undurchschaubare nach formalen Gesichtspunkten und von Erwachsenen festgelegte Zeitabschnitte zergliedert: Kinder legen Zeitabläufe zunehmend selbst fest oder sind daran beteiligt: In den Gruppen gibt es gemeinsame Wochenpläne, die auch individuell genutzt werden. Erwachsene beteiligen sich selbst daran und machen ihre Zeitplanungen durchschaubar. Die Gruppen führen "Zeitprojekte" durch. überall hängen Uhren. Wöchentliche Arbeitsbesprechungen legen fest, wer wann was tut. Zeitabläufe werden sinnlich nachvollziehbar gestaltet (bei Hausaufgabenzeit z.B.: Triangel)
  6. Damit Kinder ihren Nahbereich nicht mehr fertig gestaltet vorfinden: Außengelände mit vielfältigen Gestaltungs- und Erlebnisbereichen. Das bedeutet: Die Schaffung von wilden, tatsächlich ungepflegten Flächen mit Bauschutt, wild wachsenden Pflanzen, die Einrichtung eines Gartens: Gemüse, Obst, eines Biotops (Teich, Sumpf), verschiedener Höhenunterschiede im Außengelände (Kuhlen, "Berge"), Möglichkeiten zum Bau von Hütten, Höhlen etc."
Hier wurden nun endlich alle Erfahrungen der ersten Jahre zusammengefaßt und neue Ausblicke eröffnet. Konsequent wurde eine offene, kindzentrierte Alltagspädagogik gefordert. Ich finde, das mutet auch heute, mehr als zehn Jahre danach, immer noch modern an. Vieles ist mittlerweile verwirklicht, anderes ging über einzelne Versuche nicht hinaus, einiges war damals wohl zu konsequent aus Kindersicht gedacht.

1986, auf dem Scheitelpunkt der Entwicklung, waren aber auch bereits die ersten trüben Wolken am Wiesbadener Freinet-Himmel auszumachen. Darüber mehr im dritten Teil unserer Reihe.



Fußnoten:

  1. « Lothar Klein: Kinder alleine in der Werkstatt. In: Theorie und Praxis der Sozialpädagogik (TPS), Heft 6/1986, S. 294-297 und Rainer Völkel, Lothar Klein, Ingrid Rudolf: Pädagogik der denkenden Hand. Freinet-Pädagogik im Hort - am Beispiel Wiesbaden. In: päd. extra Juli/August 1986, S. 31-36

  2. « KITAINFORM 3/97, S. 17

  3. « Protokoll des Plenums des Freinet-Arbeitskreises vom 19. 05. 1983

  4. « Im "Hort-Arbeitskjreis" waren alle Horte zusammengeschlossen, die sich nicht an der Freinet-Pädagogik orientieren wollten.

  5. « Paul Le Bohec: ...wenn man falsch anfängt, dann wird die Sprache nicht genug entwickelt..., in: J. Hering, W. Hövel (Hrsg.): Immer noch der Zeit voraus. Kindheit, Schule und Gesellschaft aus dem Blickwinkel der Freinetpädagogik. Bremen, Pädagogik Kooperative 1996, S. 237

  6. « Paolo Freire hat nach Themen gesucht, die die Menschen wirklich betreffen, die aus ihrem Leben stammen. Diese Themen wurden dann als Lerngegenstand z.B. für die Alphabetisierung genutzt. Das "generative Thema" ist vielleicht mit Freinets "Interessenskomplexen" oder den "Situationen" aus dem Situationsansatz vergleichbar.

freinet.paed.com wird von paed.com erstellt und liegt auf dem Server für Reformpädagogik
paed.com ist unabhängig von weltauschaulichen Gruppen und politischen Parteien.
paed.com ist aber nicht unpolitisch sondern "gehört auf die Seite des Kindes" (Zitat von Fritz Müller, Reformpädagoge)
Impressum und Kontakte auf der Übersichtsseite von paed.com
paed.com distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten der Seiten, auf die Links weisen und von den Beiträgen, die in Foren und News-Content-Systemen abgelegt werden.
Die Autoren tragen für diese Beiträge die alleinige Verantwortung.