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Schuldruckerei

  • Forum Freinet - Schuldruckerei

  • Seit sehr vielen Jahren bin ich mit meiner mobilen Handpresse unterwegs. Meine Projekte richten sich an Schulklassen ab 3. Grundschule, über Haupt- und Mittelschulen, Gymnasien bis zu Universitäten (Blockseminare), aber auch Lehrerfortbildungs-Einrichtungen.



    Meine nachhaltigen Projekte sehen wie folgt aus:

    1. Literaturwerkstatt überwiegend für dreizeilige Kurzgedichte in Anlehnung an die traditionellen japanischen Kurzgedichte Haiku/Senryu, d.h., wir übernehmen die formalen Bedingungen. Hier arbeiten wir nach einer theoretischen Einführung mit Wortkarten, stellen damit dreizeilige Kurzgedichte zusammen, anschließend werden zwei vorgegebene Zeilen mit einer dritten Zeile ergänzt.
      Dann erst geht es an das Verfassen eigener Kurzgedichte. Mir geht es dabei, den Spaß am Umgang mit Sprache zu wecken, es ist Spracharbeit. Und bei der Nachhaltigkeit dürfen wir den Spaß der Beteiligten nicht vergessen.

      Das ist der erste Teil, also Kopfarbeit

    2. Anschließend setzen und drucken wir eine Auswahl der entstandenen Kurzge- dichte, denn es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler eigene Texte verarbeiten. Wir setzen die Kurzgedichte aus Einzellettern aus Blei, Kunststoff oder Holz von 28 bis 60 p. direkt aufs Satzschiff, arbeiten also nicht mit dem Winkelhaken. Zuerst nur die Texte, im 2. Schritt kommt das Blindmaterial zum Einsatz (Leerzeichen), schließlich die Zeilenabstände mit Regletten. Genau so, wie es die Handsetzer bis in die 70er Jahre machten. Anschließend wird ein Satzblock gebaut und dieser mit Kolumnenschnur ausgebunden.

      Sobald der Satzblock auf der Handnudel eingerichtet ist, drucken wir überwiegend Plakatgedichte im Format A 3 auf farbiges Papier oder auf Stoff. Es gehört alles zum "Weg der Langsamkeit", denn nachdem die Auflage gedruckt ist, muss der Satzblock gereinigt werden, die Lettern abgelegt, ebenso das Blindmaterial und die Regletten.

      Der zweite Teil ist Handarbeit.
    Für mich ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig. Es entstehen Plakatgedichte für Ausstellungen im Klassenzimmer, in der Aula usw. Auch kleine Ausstellung der Unikat-Drucke bei Sponsoren.

    In der Regel biete ich an, eine Kopiervorlage für einen Grafik-Haiku-Kalender zu erarbeiten (Dient zur Re-Finanzierung des Projektes). Die Grafiken entstehen nach einem fernöstlichen Schnittsystem mit wenig Zeitaufwand.

    Natürlich haben wir auch bibliophile Editionen mit den Ergebnissen herausgegeben. Es ist natürlich eine Frage der verfügbaren Zeit. Wir haben aber auch schon Editionen ohne Buchdruck herausgebracht.

    Ich lege großen Wert darauf, mit den Ergebnissen das Schulgebäude zu verlassen. Mit dem Kalender ist es klar, aber wir bauen oft in Innenstädten, in Kaufhauspassagen, in Bahnhöfen eine "offene Setz- und Druckwerkstatt" auf und drucken dort ebenfalls Plakat-Gedichte und verschenken diese "Wir verschenken Poesie". Wir hängen an Seile einen "Weg der Poesie" oder wir bauen Gedicht-Pyramiden und stellen diese den Fußgängern in den Weg.

    Kleinere Projekte sind: Wir schaffen Lesezeichen oder beschriften Steine mit den Haiku, die wir dann in Parks usw. seitlich an Wege legen.

    Dies als kleiner Überblick über meine nachhaltigen Schulprojekte. Natürlich werde ich oft auch an Schulen eingeladen, die eine Schuldruckerei besitzen. Ich habe bereits solche Literatur-Werkstätten mit Setz- und Druckwerkstatt an Gymnasien in Kiskunhalas durchgeführt, ebenso ein Blockseminar an der Universität Szeged.

    Außerdem in Polen, Tchechien, Dänemark, Norditalien und Rumänien.

    Ingo Cesaro


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