Sehrbrock, Peter: Freiarbeit der Sekundarstufe 1
Rezension von Klaus Glorian, 11,4.2002
Klaus Glorian
Peter Sehrbrock: Freiarbeit der Sekundarstufe 1
Noch eine Buchbesprechung
In seinem Buch gibt Peter Sehrbrock eine sehr ge1ungene Einführung in die "Freiarbeit". Dabei beschränkt er den Begriff "Freiarbeit" nicht darauf, daß mit einer Stunde pro Woche das Fach "Freiarbeit" eingeführt wird ("Müssen wir schon wieder machen, was wir wollen">, sondern er leitet das, was er unter "Freiarbeit" versteht, u.a. von Freinet und Petersen ab.
Folgerichtig füllt er den - Begriff auch mit Vorstellungen, wie sie bereits in der Reformpädagogik der 2Oiger Jahre bekannt waren. Einen breiten Raum nehmen bei ihm Überlegungen ein, wie Unterricht verändert bzw. "Freiarbeit" eingeführt werden kann. Hierbei beginnt er mit sehr kleinen Veränderungsvorschlägen, bezieht aber später auch z.B. Wochenplanarbeit und Projektunterricht mit in ein und spart auch das leidige Thema der Bewertungsverfahren nicht aus. In diesem Zusammenhang stellt er u.a. eine lernprozeßorientierte Leistungsbewertung von Freinet ("Carnet scolaire") vor. Eine Auseinandersetzung mit Erlassen der Kultusbehörde am Beispiel Niedersachsens zeigt auf, daß all die Ideen durchaus konform gehen mit den Vorgaben der Bürokratie.
Abgeschlossen wird das Buch mit einem umfangreichen "Materialpool", in dem sich - neben einigen Bauanleitungen - kommentierte Hinweise auf die für Freiarbeit geeigneten Materialien verschiedener Verlage finden. Die Grundeinstellung, mit der Peter Sehrbrock sein Buch geschrieben hat, spiegelt sich in den drei Unterpunkten seines 5. Kapitels ("Drei Wünsche an Sie") wieder:
- Lassen Sie sich und den Kindern Zeit!
- Begreifen Sie Fehler nie als Versagen
- Machen Sie Ihre tastende Versuche!
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