Schuldruckerei an GMS Schwaikheim reanimiert

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bin seit eineinhalb Jahren an der GMS Schwaikheim. Dort habe ich in den vergangenen 2 Monaten eine Schuldruckerei zu neuem Leben erweckt, die seit mehr als 15 Jahren im Dornröschenschlaf lag. Nach ersten Setz- und Druckversuchen mit meinen eigenen Kindern und deren Freunden möchte ich im nächsten halben Jahr mit meinen Schülern loslegen.

Gibt es noch Gleichgesinnte oder ist die Freinet-Pädagogik ebenfalls eingeschlafen?

Mit freundlichen Grüßen

Friedemann Warth

Es ging – in Österreich – auch ohne Dachverband: nun gibt es doch einen!

Beitrag von Inge Schierer, Obfrau der Kooperative Freinet Österreich – aus Elise Östereichausgabe 1

Aber jetzt gibt es einen! Einfach weil es einige unverbesserliche und unerschrockene österreichische Freinis beim letzten Ostertreffen gedacht haben dass es günstig/hilfreich/interessant/förderlich wäre, einen zu haben.

Und ich gehöre zu den Obengenannten!

Warum ich glaube, dass ein Dachverband mehr bringt, als einzeln vor sich hinzuwerkeln?

Die pädagogischen Herausforderungen werden immer größer, die Bandbreite unserer Kinder immer vielfältiger, die organisatorischen Erfordernisse immer belastender Für eine angstfreie und konstruktive Auseinandersetzung mit dem pädagogischen Handeln bleibt immer weniger Zeit – auch die Reflexion der eigenen Lernfort(rück)schritte im Umgang mit der Klasse fehlt oft.

Lassen wir uns und unsere Schulkinder nicht hetzen durch Schulbücher und inoffizielle Lernzielvorgaben, dirch Tests, auf deren Ergebnisse hinzuarbeiten ist und durch das Läuten der Pausenglocke, die den Flow unterbricht!

Gerade deshalb, weil die Zusammensetzung der SchülerInnen in unseren Klassen so unterschiedlich ist, sollten wir zurückkehren zu den freinetischen Prinzipien schlechthin:

.) wir setzen an, bei der Lebenswirklichkeit der Kinder
.) wir bearbeiten, was ihnen ein brennendes Anliegen ist
.) wir geben ihnen das Wort, auch in ihrer eigenen Sprache
.) wir üben demokratische Prinzipien im kleinen Rahmen einer Klasse, bzw Schule
.) wir arbeiten heraus, was den Kindern in ihrem erwachsenen Leben nützlich sein wird und zwingen ihnen kein bürgerliches Bildungsideal auf, dass Versager aus ihnen macht.

All das und noch viel mehr an Austausch und Diskussion über Pädagogik, über Lehren und Lernen, über den Schulalltag soll durch Vernetzung im Dachverband möglich werden. Auch das geringe Angebot an Fortbildung und die Beschränkung von Seminaren auf die unterrichtsfreie Zeit machen das LehrerInnenleben nicht unbedingt professioneller. Innerhalb des Dachverbandes können wir nicht nur diskutieren und best practice Beispiele austauschen, sondern auch innovativ sein und herausfinden, was die künftigen Erfordernisse für Schulunterricht in allen Altersstufen sein werden.

In diesem Sinne freue ich mich, zu den Obengenannten zu gehören und den Dachverband mitgegründet zu haben! Mit der neuen österreichweiten Elise geht’s los und mit euren vielfältigen Beteiligungen wird es wachsen.

Inge Schierer
Wien, im September 2015

!!Neuerscheinungen!! Renate Kock: Schule im Spannungsfeld zwischen Ausgrenzungsfunktion und Integrationsauftrag

Zur Möglichkeit der Entwicklung einer Pädagogik der gesellschaftlich Benachteiligten
Historisch-systematischer Rekonstruktionsversuch einer notwendigen Utopie

Kock2015

Klappentext: Es wird der Widerspruch zwischen dem historisch verankerten Integrationsauftrag einerseits und der immer wieder konstantierten Ausgrenzungsfunktion der allgemeinbildenden Schule andererseits untersucht.

Gleichzeitig wird nach einer den Bedingungen und Möglichkeiten der Entwicklung einer „Pädagogik der gesellschaftlichen Benachteiligten (PGB) gefragt. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsgegenstand zum Thema. Verschiedene Gerechtigkeitsbegriffe und Gerechtigkeitstheorien werden systematisiert.

Es wird gefragt, wie ermöglicht werden kann, dass die Chancen, die Bildung bietet, von allen Bevölkerungsschichten, Gruppen bzw. Einzelnen im Sinne des „Capability Approaches“ in Anspruch genommen werden können.

Theorien und Erklärungsansätze der Sozialisations- und Ungleichheitsforschung werden aufgearbeitet. In Anlehnung an Bourdieu wird die habitustransformierende Funktion von Schule thematisiert. Ein wesentlicher Bezugspunkt ist dann die internationale Reformpädagogik.

Der vergleichenden Untersuchung konzeptioneller Umsetzungen dienen Länder-Studien. Die einzelnen Kapitel sind jeweils als in sich abgeschlossene Beiträge zur Gesamtfragestellung zu betrachten. Eine „Pädagogik der gesellschaftlich Benachteiligten“ soll so als Teil, aber doch auch gesonderte Erscheinung im Kontext der derzeitigen Debatte um die Ergebnisse internationaler Leistungsvergleichsstudien und der Frage nach ihren Konsequenzen in den Blick geraten und Gegenstand einer pädagogisch historisch-systematischen Betrachtung werden.

Erschienen im Schneider-Verlag Hohengehren GmbH, Baltmannsweiler, ISBN: 978-3-8340-1447-4, 19,80 €

Verlagsseite
Schneider-Verlag: Inhaltsverzeichnes

UND

Mouchet, Claude / Bénévent, Raymond
Von Freinet zu Freud: Die institutionelle Pädagogik von Fernand Oury

Übersetzt von Renate Kock und Erdmuthe Mouchet unter Mitwirkung von Claude Mouchet

Kock-4-2015

Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2015. 283 S.
ISBN 978-3-631-65373-9 geb. (Hardcover)
ISBN 978-3-653-04586-4 (eBook)

Über das Buch

Das Buch widmet sich Fernand Oury (1920–1998), einem der bedeutendsten französischen Pädagogen des 20. Jahrhunderts, der jedoch in Deutschland so gut wie unbekannt ist. Originell und innovativ, führte er das von Célestin Freinet entwickelte pädagogische Konzept weiter und wendete es in den sogenannten Kasernen-Schulen der Pariser Nachkriegszeit an. Parallel dazu orientierte er sich an Freud, um unbewusste Phänomene in Schulklassen aufzuspüren. Die Autoren stellen die einzelnen Lebensetappen Ourys vor und gehen auch auf seine kämpferischen Auseinandersetzungen mit traditionellen Vorstellungen ein. Ihr Buch stellt die Hauptbegriffe der institutionellen Pädagogik vor und veranschaulicht die von Oury «Institutionen» genannten Neuerungen anhand von Beispielen aus seiner Schulpraxis und Äußerungen.

Inhalt

Fernand Oury – Entstehungsgeschichte, Konzepte und Praxis der institutionellen Pädagogik – Beitrag der Psychoanalyse und der institutionellen Psychotherapie zur Pädagogik – Die Institutionen in der Klasse und ihre Wirkungen.

Autorenangaben

Claude Mouchet studierte Philosophie in Lyon und Paris (École Normale Supérieure de Saint-Cloud) und war Dozent für Pädagogik in der Pädagogischen Hochschule Colmar.
Raymond Bénévent arbeitete als Dozent für Pädagogik in der Pädagogischen Hochschule Colmar. Er ist Psychoanalytiker.

Schuldruckwochenende in Darmstadt 7.11.-9.11.2014

Liebe Druckinteressierte,

Es ist wieder so weit. Vom 7.11.2014 – 9.112014 findet das diesjährige
Druckwochenende des Arbeitskreises Schuldruckerei AKS bei uns im
Schuldruckzentrum statt:

Das fliegende Kamel des Nasreddin Hodscha Darmstadt Schuldruck

Wir würden uns freuen, wenn wir viele von Euch
wiedersehen. Alles weitere erfahrt Ihr aus der Einladung.

Herzliche Grüße Matthias Heinrichs, Werner Andrä und Peter Hespeler.

Rezension: Kock, Renate (2001): Kinder lehren Kinder

Das Buch
Renate Kock (2001): Kinder lehren Kinder – Der Begriff des tâtonnement expérimental im Werk Célestin Freinets mit einem Beitrag von Manfred Blif-fert, Reihe: Basiswissen Grundschule – Band 7 – Hrsg. Jürgen Bennack, Balt-mannsweiler, Schneider-Verlag Hohengehren, ISBN: 3-89676-404-7,
als Taschenbuch: ISBN: 9783896764041

2003 rezensiert von: Mouchet, Claude, in: Histoire de l’éducation, (2003) 97, S. 130-133
2014 rezensiert von: Jürgen Göndör, in: freinet.paed.com
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Eine wichtige Vorbemerkung:

Es ist schade, dass dieses wichtige Buch zur Freinet-Pädagogik in der Reihe ‚Basiswissen Grundschule‘ erschienen ist denn es ist für die Freinet-Pädagogik allgemein von großem Interesse. So hält es wahrscheinlich viele LehrerInnen und FreinetpädagogInnen, die nicht an der Grundschule arbei-ten, vollkommen ungerechtfertigt vom Kauf ab.

Die Bedeutung des tâtonnement expérimental im Rahmen der Freinet-Pädagogik ist ein grundsätzliches Kapitel, weil es – da heute Inklusion ja groß geschrieben wird – eine Möglichkeit aufzeigt, Unterricht an den Interessen der SchülerInnen zu organisieren statt einen vorgegebenen Lehrplan abzuerledigen. Es gehört vielmehr in die Reihe ‚Basiswissen für Pädagogen‘.

Renate Kock legt mit ihrem Buch eine Recherche zum Begriff des tâtonne-ment expérimental vor. In aller Ausführlichkeit erarbeitet sie die histori-sche Entwicklung dieses Begriffs mit vielen Hinweisen auf Aussagen von Célestin Freinet in der verstreuten Originalliteratur sowie die einschlägige wissenschaftliche Diskussion. Sie untermauert ihre Argumentation mit ei-genen Übersetzungen aus den Aufsätzen Freinets. Ein besonderes Augen-merk von Renate Kock liegt dabei auf der Abgrenzung zu Iwan Petrowitsch Pawlow, zu Burrhus Frederic Skinner und den Behavioristen, zu Jean Pia-get, zu Lew Semjonowitsch Wygotski und zu Henri Wallon. Deutlich werden dabei die subjektorientierten, die konstruktiven und kommunikativen Fak-toren des Lehrens und Lernens in seinem Gesamtwerk. Abschließend ver-deutlicht sie das didaktische Konzept Freinets an einem Freien Text und macht so das unterrichtliche Vorgehen Freinets transparent.

Sie arbeitet auch den Zusammenhang zwischen den individuellen Interes-sen und der Struktur des allgemeinen Arbeitsplanes heraus. Damit gelingt es Célestin Freinet sich von den ministeriellen Vorgaben abzukoppeln und transparent für die Kinder eine Struktur der Welt aufzubauen, die konse-quent an ihren eigenen Interessen orientiert ist. Die Kinder lernen also, dass ihr Bild der Welt sich nicht aus einer objektiven und vorgegebenen Sicht dieser Welt ergibt, sondern aus der Konstruktion ihrer eigenen Lern-aktivitäten. Damit ist nicht nur die jeweils ganz individuell Sicht eines Kin-des gemeint, sondern die Konstruktion eines gemeinsamen Bildes der Welt durch alle Individuen in der kooperativen Klasse.

Ihr Buchtitel: ‚Kinder lehren Kinder‘ ist also nicht der Ansatz ‚Lernen durch Lehren‘ von Jean Pol Martin , in dem Kinder von einem Lehrer den Auftrag bekommen, in seine Rolle zu schlüpfen und dadurch dass sie ein Thema Lehren viel über dieses Thema lernen. Renate Kock verdeutlicht den Ansatz von Célestin Freinet: Indem er die Freien Texte der Kinder zum Ausgangs-punkt seines Unterrichts macht, das thematisiert, was die Kinder einbrin-gen. Sie beschreibt vor allem auch, wie das Schritt für Schritt geschieht. ‚Kinder lehren Kinder‘ bedeutet daher, dass das, was ihnen so wichtig war, das sie es in ihren Freien Texten erzählt haben, genutzt wird, um ihre Fra-gen dazu zu sammeln und diese schließlich im Unterricht zu bearbeiten. Es ist nicht die Systematik eines Themas aus einem Lehrplan, der dann das Un-terrichtsgeschehen dominiert, sondern die aktuellen Interessen der Kinder selbst. In sofern Lehren Kinder alle anderen Kinder durch ihre subjektiven Interessen, weil aus diesen subjektiven Interessen der Unterricht entsteht.

Manfred Blieffert verdeutlicht in einem ergänzenden Beitrag den Wert der Schuldruckerei als Möglichkeit zur kreativen Selbsterfahrung.

Es ist der akribischen Darstellung von Renate Kock zu verdanken, dass nicht nur der Begriff des tâtonnement expérimental im Werk Célestin Frei-nets bestimmt wird, sondern erstens, ausgehend von diesem Begriff auch Fragen an dieses Konzept von Célestin Freinet möglich werden und zwei-tens kann jetzt nach dem Einfluss von Élise Freinet genauer gefragt werden. Paul le Bohec weist ja unmissverständlich darauf hin, dass die Freinet-Bewegung nur existiere, weil Élise und Célestin Freinet ein sich ideal ergän-zendes Gegensatzpaar gewesen seien. Es wird auch die Einseitigkeit deut-lich: Die Freinet-Pädagogik begegnet dem Leser – wie zumeist – als die Päd-agogik von Célestin Freinet. Der Einfluss von Élise Freinet wartet noch auf seine Würdigung.

Zur kompletten Rezension: Kinder lehren Kinder

Neue Schulen mit Schuldruckerei

Die Seite Schuldruck bei freinet.paed.com ist wieder umfangreicher geworden. Neue Schulen, die über eine Schuldruckerei verfügen, sind dazu gekommen. Die:

  1. Ambériusschule in Meringen
  2. Neugreuth-Schule in Metzingen
  3. Schule für alle in Neuzelle
  4. St.-Wolfgang-Schule in Reutlingen
  5. Rudolf Steiner Schule Hamburg-Bergedorf
  6. Janosch Grundschule Oberlar in Troisdorf
  7. Maria Montessori Grundschule in Stuttgart-Hausen
  8. Spatzenschule in Neukalen
  9. und ein Schulprojekt:

  10. Projekt Freie Schule Elbe-Havel-Land

Eine Schule hat gebeten nicht genannt zu werden.

Die Rudolf Steiner Schule in Hamburg hat ein Video über ihre Schuldruckerei auf der Homepage.

Wenn Ihre Schule auch eine Druckerei betreibt bitte senden Sie eine Mail. Danke!

Auf mehrere interessante Seiten zum Schuldruck soll hier hingewiesen werden:

Außerdem ist ein spannendes Dokument (PDF) von 1923 aus Meißen vom Verein der Altafraner ins Netz gestellt worden:

Schuldruckerei Meißen 1923

Es gibt auch einen neuen Eintrag bei Spezielle Adressen zur Schuldruckerei: Buch Kunst Papier!

Und ganz wichtig: In Detmold gibt es bald eine Grund- und Gesamtschule, die nach Freinet arbeitet:

Die Detmolder Alternativschule – mit Schuldruckerei!! Auf der Homepage kann man nachlesen, wie die Schulbehörde in Detmold unter der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (FDP) die Gründung neuer alternativer Schulen nach bestem Können ‚fördert‘.

Nicht fehlen darf der Tätigkeitsbericht des Arbeitskreises der Schuldrucker

Gutes stöbern

Heimatmuseum Oederan mit Druckerei und Druckkursen

Kurzmitteilung

Heimatmuseum Oederan

In den Räumen des Museums bieten Honorarkräfte Druckereikurse an. Die Teilnehmer setzen im Handsatz Metall- und Holzletter. Der Druck erfolgt auf einer Boston-Tiegeldruckpresse. Es können unterschiedliche Schriftstücke gedruckt werden, etwa Briefbögen, Visitenkarten, Plakate und Bücher. Es gibt Kurse, die sich den Ideen der Teilnehmer annehmen und feste Projekte.

Auf youtube gibt es einen Clip zur Druckerei in Aktion:

Rezension: Matthias Riemer (2005): Praxishilfen Freinet-Pädagogik

Matthias Riemer: Praxishilfen Freinet-Pädagogik

Matthias Riemer: Praxishilfen Freinet-Pädagogik

Rezension: Jürgen Göndör

Matthias Riemer (Hrsg.)(2005): Praxishilfen Freinet-Pädagogik, Bad Heilbrunn, Julius Klinkhardt-Verlag, ISBN: 3-7815-1385-8, Sammelband
Mitautoren: Danny Frischknecht (CH), Gerald Schlemminger (DE-Karlsruhe), Tanja Daschke (DE-Euskirchen) und Pia Hölzel (DE-Darmstadt), Maren Gronert (DE-Erlangen-Nürnberg) und Alban Schraut (DE-Erlangen-Nürnberg), Ulrich Bosse (DE-Bielefeld), Florian Söll DE-Köln), Klaus Glorian (DE-Bremen), Renate Kock (DE-Köln), Falko Peschel (DE-Lügden), Walter Hövel (DE-Eitorf), Elisabeth Suttner (AT-Wien)

Matthias Riemer gelingt es nicht nur, österreichische und schweizer AutorInnen einzubinden, sondern er deckt auch wesentliche Elemente der Freinet-Pädagogik ab. Er legt dazu verschiedene Raster an. Eines davon gliedert die Beiträge in Gruppentechniken: Klassenzeitung, Einstiegsrunde, Klassenrat, Morgenkreis; Arbeitsmittel: Arbeitsplan – Freinet-Techniken: den Kindern das Wort geben – mit der Druckerei oder dem Computer, Erkundung, Klassenkorrespondenz, Projekte, Freies Forschen, Freier Ausdruck; Organisation des Klassenlebens und Lernens: Atelier Mathematik, Atelier Biologie, Freinet-Monographie, Englischlernen, Leistungsmessung, Didaktische Struktur der Freinet-Pädagogik. Ein Glossar rundet die Beiträge ab.

Ein zweites Raster ist, dass jedes Kapitel eine Definition des Kerns seines Beitrages versucht, eine Beschreibung liefert und konkrete Hilfen für die tägliche Arbeit vorstellt.

Der dritte Strang den Matthias Riemer verfolgt, ist die Verortung des beschriebenen Elements im Gesamtsystem der Freinet-Pädagogik und die Verdeutlichung des Ineinandergreifens der einzelnen Elemente.

Eine vierte Linie beschreibt, wie das entsprechende Element in den eigenen Unterricht eingeführt werden kann, welche ‚Schwierigkeiten, Gefahren und Grenzen‘ bedacht werden sollten.

Fazit: man kann mit dem Einstieg in die Freinet-Pädagogik an jedem Ende beginnen, sollte aber die einzelnen Elemente nicht als Rezepte verstehen, mit den der eigene Unterricht reformpädagogisch aufgepeppt werden kann. ‚Letztlich muss jede LehrerIn ihre Freinet-Pädagogik selbst erfinden‘ – die Praxishilfen sind keine Beschäftigungstherapie, kein Flickenteppich, kein Kochbuch, sondern der Einstieg in einen anderen Unterricht.

RIDEF 2014 in Italien und weitere Hinweise

RIDEF 2014

Nach Beiträgen und Bildern zum italienischen RIDEF wird mit der italienischen Google-Suche gesucht und außerdem ist die Reggio nell’Emilia in Google-Maps als Straßenkarte und als Satellitenbild in Augenschein zu nehmen. Spezialitäten sind der Parmesan-Käse und der Lambrusco.

Auch Geschichtsfans kommen hier auf ihre Kosten: Canossa liegt in der Region und der ‚Selva Litana‘, der heilige Wald der Gallier soll sich hier in der Gegend befunden haben. Kirchen, Dom, Palazzi so viel man sehen will.

Keine 20 km entfernt liegen Parma, bekannt durch den Schinken und Modena, bekannt durch den Balsamico. Ein regelmäßiger Zug überbrückt diese Entfernungen (ca. 30 km) in 15 Minuten. Eine der schönsten Städte der Region ist Bologna, mit dem Zug ca. 45 Minuten entfernt. Und wer unbedingt will, kann auch im Meer baden – ca. 1,5 – 2 Stunden. Es lohnt sich also, nicht nur an Freinet zu denken, wenn man sich auf diese Reise begibt.

In Reggio steht die Wiege der Reggio-Pädagogik. Mehr dazu über den Link in deutscher Sprache. Eine Suche zu diesem Begriff kann man hier starten. Beide stehen in einer engen Beziehung.

Weitere Hinweise

Die Pressemeldungen sind auf dem aktuellen Stand, einen neuer Kommentar zu dem, wie sich ‚Experten‘ eine perfekte Schule vorstellen gibt es unter dem gleichen Link.

In der Literaturdatenbank zur Freinet-Pädagogik sind inzwischen über 4200 Literaturangaben zu finden. Das Heft 75 des Bindestrich und die neue Ausgabe der Fragen und Versuche – Heft 147 sind eingearbeitet.

Wem Italien zu weit, der kann ja in der Schweiz den dieses Jahr stattfinden Freinet-Kongress besuchen. Der findet allerdings schon vom 28. 5. bis zum 31. 5. 2014 statt, in La Rouvraie. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Schweizer Freinetiker. Zum Meer ist es wohl weiter, aber der Neuenburgersee reicht auch um nass zu werden.